Sonntag, 09. Dezember 2018
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Aus der Geschichte der Altdorfer Wehr

Begebenheiten vor Gründung der Altdorfer Feuerwehr.

Die Feuerlöschordnung vom Jahre 1781.

Die im ersten Teil bereits erwähnte Altdorfer Feuerordnung aus dem Jahre 1781 beweist, daß schon frühzeitig Maßnahmen ergriffen wurden, um die Stadt vor Feuersbrünsten zu schützen. Aber was bedeutete es damals schon, wenn jeder Hausbesitzer eine Magd zum Wasserschleppen abstellen mußte. Gegenseitige Hilfe in Not und Gefahr war sicherlich „heilige Bürgerpflicht“. Doch selbst die Anschaffung von Feuerskünsten konnte nicht darüber hinweg täuschen, daß es endlich darum gehen mußte, das Löschwesen fest zu organisieren.

Im Jahre 1864 erschien in der damaligen Lokalzeitung „Der Bote“ ein Leserbrief, der davon sprach, daß zwar verdiente Bürger vor einigen Jahren eine Art Feuerwehr ins Leben gerufen hätten, aber die ganze Angelegenheit brauchte eine „durchgreifende Reorganisation“.

So wurde im Jahre 1867 die „Freiwillige Feuerwehr Altdorf“ gegründet. Es mag hier vermerkt sein, daß auch in Altdorf, wie bei der Gründung von anderen mittelfränkischen Wehren, die um diese Zeit entstanden sind, der im Jahre 1862 gegründete Turnverein mit Pate stand.

Die Idee der Turnerei, in Deutschland von GuthsMuts und Jahn angeregt, hatte auch zum Inhalt, die Jugend zur Mannhaftigkeit im Dienste des Vaterlandes heranzubilden. So war auch in dem oben erwähnten Leserbrief im „Boten“ schon darauf hingewiesen, daß der seit einigen Jahren bestehende Turnverein in Altdorf, wenn auch eine kleine, so doch geschulte Zahl von Steigern zur Verfügung stellen könnte. Und wenige Tage nach dem 10. März 1867, dem Gründungstag der Wehr, erschien wiederum im „Boten“ ein Aufruf zur Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr, der mit der Unterschrift gezeichnet war: Der Turnrat der freiwilligen Turn- und Feuerwehr“. Dieser im Jahre 1862 ins Leben gerufene Turnverein ist sogar in der Feuerwehr aufgegangen.

Noch öfters haben Turner der Wehr unter die Arme gegriffen, so als nach dem 1. Weltkrieg viele der Feuerwehrkameraden aus politischen und sonstigen Gründen nicht mehr ihren Dienst taten und die Zahl der aktiven Mitglieder damit im Schwinden war. Damals richtete der Vorstand eine Bitte um Hilfe an den Turnverein, doch wenigstens einen Zug für die Wehr zu stellen. Der Vorsitzende des TV Altdorf und spätere Ehrenmitglied der Feuerwehr Hans Dötsch konnte daraufhin berichten, daß sich die gesamten Turner der Wehr anschlössen. Auch bei der 80-Jahrfeier im Jahre 1950 waren es wieder die Turner, die das Festprogramm wesentlich bereicherten. 

Die Ausrüstung der Wehr.

Die Ausrüstung der Wehr ist zur damaligen Zeit auf dem modernsten Stand. War das Jahr 1943 bedeutend für die Wehr, weil sie in diesem Jahr das erste motorisierte Fahrzeug erhielt, so wird dieses Fahrzeuges heute nur noch bei einer außerordentlichen Beanspruchung der gesamten Mannschaft benutzt. Im Jahre 1953 stationierte der Landkreis Nürnberg ein Tanklöschfahrzeug TLF 15 (Fahrgestell Mercedes Benz, Aufbau Metz) in Altdorf. Die Altdorfer Wehr hatte den Auftrag, das Landkreisfahrzeug zu unterhalten und zu besetzen. Die Bestimmung der Altdorfer Wehr als Stützpunktfeuerwehr war damit vorgezeichnet.

Ein besonderer Tag für die Wehr war im Dezember 1962 gegeben, als im Hof des Wichernhauses der Bevölkerung die neue 18 m lange mechanische Drehleiter DL 18 (Fahrgestell und Aufbau: Magirus-Deutz) vorgeführt werden konnte.

Im Jahre 1964 erhielt die Altdorfer Wehr ein Löschgruppenfahrzeug LF 8 (Fahrgestell Faun, Aufbau: Magirus-Deutz) als weiteres Landkreisfahrzeug. Dieses Fahrzeug wurde um 1990 an die Ortsfeuerwehr Rasch abgegeben.

Die vielen Einsätze bei Autounfällen ließen es geraten sein, im Jahre 1965 einen Ölschadenanhänger (ÖSA) und eine Pulverlöschanhänger (P250) zu erwerben.

Im Winter (1966) ist der Fahrzeugpark um ein weiteres Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 (Fahrgestell und Aufbau: Klöckner-Humboldt-Deutz) erweitert worden.

Von der Feuerwehr Fürth war bereits in den 60er Jahren ein Rüstwagen angekauft und aus den eigenen Reihen erneuert worden.

Höhere Bauten in Altdorf und der Rummelsberger Anstalten machten 1972 die Anschaffung einer 30m Drehleiter DLK 23/12mit Rettungskorb  (Fahrgestell und Aufbau: Magirus) erforderlich.

Nachdem sich das Einsatzgebiet der Feuerwehr Altdorf nicht nur auf das eigentliche Stadtgebiet von Altdorf und auf die nachbarliche Löschhilfe in angrenzenden Gemeinden beschränkt, sondern vielmehr auch Autobahnteilstücke der BAB A6 (Nürnberg-Amberg) und der BAB A3 (Nürnberg-Regensburg) zu betreuen sind, ist der 1980 beschaffte Rüstwagen RW 2 (Fahrgestell und Aufbau: Iveco-Magirus), in welchem Rettungssatz (Schneidgerät und Rettungsschere) untergebracht sind, heute nicht mehr wegzudenken.

Die Ausrüstung an Großgeräten, unter Berücksichtigung der Beschaffungsmaßnahmen der benachbarten Feuerwehren , wurde durch den Schlauchwagen SW 2000 (Fahrgestell und Aufbau: Iveco-Magirus) vervollständigt. Der SW 2000 verfügt neben einer Tragkraftspritze (TS 8) über 2000 m B-Schläuche, die zum Teil in Buchten bereits gekuppelt im Fahrzeug verladen sind.

Der Fuhrpark der Feuerwehr Altdorf wurde im Jahre 1991 nochmals erweitert. Eines der in Bayern insgesamt  36 vorhandenen Fahrzeuge vom Typ Gerätewagen-Gefahrgut (GW-G) wurde in Altdorf stationiert. Bei der offizielen Eröffnung der Brandschutzwoche 1991 in Röthenbach a. d. Pegnitz wurde das Fahrzeug von Landrat und Kreisbrandrat seiner Bestimmung übergeben. Kreisbrandrat Lobenwein betonte, daß mit der Inbetrieb-nahme dieses Fahrzeuges der Schutz der Bevölkerung verbessert wurde. Dies gelte insbesondere für Unfälle und Gefahren mit gefährlichen Stoffe und Gütern. Der Einsatzradius des Gerätewagens-Gefahrgut umfaßt derzeit vier Landkreise. Es sind dies der Landkreis Nürnberger Land, Roth-Hilpoltstein, Neumarkt i. d . Opf. und Teile von Erlangen-Höchstadt.

Auf den Bundesautobahnen sind dem Fahrzeug folgende Streckenabschnitte zugewiesen: Bundesautobahn BAB A 9 bis Greding und in der Gegenrichtung bis Plech; auf der BAB A 6 bis Ausfahrt Amberg und in der Gegenrichtung bis Langwasser. Auf der BAB A 3 bis zur Anschlußstelle Nürnberg-Nord und in der Gegenrichtung bis zur Ausfahrt Beratzhausen (Oberpfalz). 

1992 wurde das Mehrzweckfahrzeug (MZF) beschafft. Es dient als Ersatz für den in die Jahre gekommenen VW-Bus T2, der heute bei der Ortsfeuerwehr Röthenbach b. Altdorf stationiert ist.  Das neue MZF auf MB 310 ist modern ausgerüstet und stellt für den Einsatz mit dem Gerätewagen-Gefahrgut (GW-G) die erforderlichen Gefahrgut-Nachschlagewerke (Hommel, Kühn-Birett, Nüßler etc.). Ferner sind die Alarm- und Objektpläne, sowie Einsatzpläne für Industrieanlagen, größere Bauwerke (Firmen, Heime, Krankenhäuser etc.) im Fahrzeug untergebracht. Daneben befinden sich Telefon, Telefax, 2 4-Meter Funkgeräte und diverse 2-Meter Handfunksprechgeräte im Fahrzeug, welches im Einsatzfall auch als Einsatzleitwagen eingesetzt werden kann.

Im Jahre 1994 wurde die 30-Meter Drehleiter durch eine Neubeschaffung ersetzt. Die Feuerwehr stellte nun eine Metz-Drehleiter PLC III auf Mercedes-Benz Fahrgestell in Dienst, die ebenfalls mit einem Rettungskorb ausgerüstet ist. Die Drehleiter verfügt daneben über eine Krankentragenhalterung, einem Höhenrettungsgerät „RollGliss“, einem Sprungretter (Lorsbach), sowie einem am Korb arretierbaren Wendestrahlrohr. 

Im Jahre 1996 wurde das über 40-Jahre im Dienst stehende Tanklöschfahrzeug TLF 15 (Baujahr 1953) durch ein neues Löschgruppenfahrzeug LF 16/12 (Fahrgestell MB, Aufbau Ziegler) ersetzt. Das neue LF 16/12 verfügt neben Geräten zur Brandbekämpfung (wasserführende Armaturen) auch über die Ausrüstung zur technischen Hilfeleistung (Rettungsschere, Schneidgerät, hydraulische Rettungszylinder, Kanthölzern, Auffangmulden etc.) für eine Löschgruppe (9 Feuerwehrdienstleistende). Außerdem sind auf dem Fahrzeug ein Hochdrucklüfter, eine 3-Teilige Schiebleiter, sowie eine vierteilige Steckleiter untergebracht. Das Fahrzeug verfügt über einen Löschwasserbehälter mit 1600 l Inhalt und über eine Kreiselpumpe mit 1600 l Nennleistung, sowie einem Lichtmast zur Ausleuchtung von Einsatzstellen.  

Dieses Fahrzeug stellt gewissermaßen die Grundausrüstung für jede Art von Feuerwehreinsätzen zur Verfügung und kann durch die Sonderfahrzeuge wie z. B. dem Rüstwagen RW2 hinsichtlich der techn. Hilfeleistung und der Drehleiter DLK 23/12 hinsichtlich des Brandeinsatzes wesentlich ergänzt werden.

In der Zwischenzeit wurde für die Wehr ein Verkehrssicherungsanhänger VSA (Hersteller: Nissen) angeschafft, der für die Einsätze auf den Bundesautobahnen bestimmt ist. Als Sicherungsmaßnahme steht der VSA ca. 200 m vor der Einsatzstelle auf der BAB und weist die Verkehrsteilnehmer auf die mögliche Sperrung einer Fahrspur und damit auf den notwendigen Fahrstreifenwechsel mittels beleuchteten Pfeiles hin.

Nach Auflösung des erweiterten Katastrophenschutzes des Bundes und der damit verbundenen Verlagerung des Strahlenschutzes auf die Feuerwehren, wurde im Jahre 1999 in Altdorf das Dekontaminations-Mehrzweckfahrzeug (DMF) in Altdorf stationiert. Es stellt neben den Fahrzeugen bei den Feuerwehren Schwarzenbruck und Hersbruck den im Landkreis vorgehaltenen ABC-Zug und ist für die Personen- sowie Gerätedekontamination ausgerüstet. Somit ist es beispielsweise möglich, auf dem Fahrzeug Warmwasser für die mitgeführten Duschzelte herzustellen. Die Ausrüstung besteht weiterhin aus einem Hochdruckreiniger, diverser Auffangbehältnisse, Reinigungsmaterial, Bürsten etc.

 

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